Arbeit & Beruf Transformation

25. Jahre Mädchenwirtschaft in Hamburg - Berufsorientierung für Schülerinnen

„Was soll ich später beruflich tun? Was passt zu mir? Was für Berufe gibt es überhaupt?“ Eine erste Orientierung zu diesen Fragen vermittelt Hamburger Schülerinnen seit nunmehr einem Vierteljahrhundert die Berufe-Rallye „Mädchenwirtschaft“ im ELBCAMPUS, dem Kompetenzzentrum der Handwerkskammer Hamburg. Es ist eine Gemeinschaftsaktion von der Handwerkskammer Hamburg, Agentur für Arbeit Hamburg, dem Mädchenprojekt Dolle Deernsund dem KDA der Nordkirche. Außerdem wirken Innungen, Unternehmen und weitere Institutionen mit. Die 25. Mädchenwirtschaft fand ohne Zweifel große Nachfrage. Die Rallye-Plätze für die Schülerinnen waren restlos ausgebucht.

Mehr als 1.100 Schülerinnen der 7. und 8. Klassen aus 24 Stadtteilschulen begaben sich engagiert und wissbegierig auf die Rallye. Unter Anleitung von Fachkräften und Auszubildenden lösten sie an 19 Stationen Aufgaben zu 30 Berufen aus dem gewerblich-technischen und dem IT-Bereich. Sie konnten dabei selbst praktisch aktiv werden und erlebten so, was die einzelnen Berufe ausmacht. Die „Mädchenwirtschaft“ öffnete ihnen den Blick für etliche männerdominierte und weniger bekannte Berufe.

25. Jahre „Mädchenwirtschaft“ wird gefeiert.

Martin Hildebrandt (Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Hamburg) und Margit Haupt-Koopmann (Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit) überzeugten sich auf einem Rundgang von dem erfolgreichen Berufsorientierungsangebot. Sie hatten ebenfalls eine Aufgabe zu lösen: Das Anschneiden der Geburtstagstorte anlässlich des Jubiläums, die die Bäcker-Innung Hamburg gestiftet hatte.


Margit Haupt-Koopmann (Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit) und Martin Hildebrandt (Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Hamburg) / Bild: HWK/Ute Kretschmann


Herr Martin Hildebrandt unterstrich: „Das Konzept der ‚Mädchenwirtschaft‘ ist auch am 25. Geburtstag hochaktuell. Solche Veranstaltungen sind hervorragend dafür, dass Schülerinnen spielerisch erste Erfahrungen sammeln können. Ein Beruf muss zu den persönlichen Talenten und Interessen passen, das muss jeder junge Mensch für sich herausfinden. Unsere Berufsorientierungsangebote wie die Mädchenwirtschaft geben erste Impulse dafür. Wir freuen uns, wenn noch mehr Mädchen und junge Frauen den Weg ins Hamburger Handwerk finden. Eine duale Ausbildung bei uns eröffnet ausgezeichnete Perspektiven – für Frauen genauso wie für Männer.“

Margit Haupt-Koopmann (Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit) ergänzte: „Nach wie vor konzentrieren sich die Berufswünsche vieler Schülerinnen auf klassische weibliche Berufe im Dienstleistungsbereich. Die Folge ist: Interessante Einstiegschancen und Karriereperspektiven, die speziell die technischen Ausbildungsberufe im Handwerk oder in der Industrie bieten, werden ausgeblendet. Ein Blick in die Liste der 2017 in Hamburg abgeschlossenen Ausbildungsverträge zeigt dies deutlich.  So haben in Hamburg – um nur zwei Beispiele zu nennen – 15 junge Frauen im vergangenen Jahr einen Ausbildungsvertrag ‚Kraftfahrzeugmechatroniker/-in’ unterzeichnet, bei den jungen Männern waren es 375. Bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen ‚Fachinformatiker/-in Systemintegration‘ betrug das Verhältnis 9 zu 258. Die Zahlen dokumentieren: Es ist wichtig, dass die ‚Mädchenwirtschaft‘ nun schon zum 25. Mal durch ihre praktischen Angebote vielen Schülerinnen die Gelegenheit bietet, ihr Berufswahlspektrum zu erweitern und traditionelle Rollenbilder bei der Berufswahl ‚aufzubrechen‘. Das Jubiläum macht jedoch auch deutlich: Das geht nicht von heute auf morgen. Hier ist geduldige Aufklärungsarbeit und langer Atem gefragt.“


Die Zahlen sprechen für sich.

Seit 1994 besuchten rund 25.500 Mädchen die Rallye und nutzten die Erfahrungen später bei ihrer Entscheidung für einen Ausbildungsweg. Die Teilnehmerinnen bewerten die „Mädchenwirtschaft“ sehr positiv, das zeigen die jährlichen Umfragen. Damit immer mehr Mädchen ihren Weg in eher männerdominierte Berufe finden, freuen sich die vier Organisatoren dieser Berufsrallye (Handwerkskammer Hamburg, Agentur für Arbeit Hamburg, das Mädchenprojekt Dolle Deerns und der KDA der Nordkirche) auf viele weitere Jahre „Mädchenwirtschaft“. 

Die dazugehörige Pressemitteilung von der Handwerkskammer können Sie hier herunterladen.

Einige Impressionen von der Mädchenwirtschaft sehen Sie hier.


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